2017-05-28

Sonntag, 28.05.2017

Der Tag an dem ich versehentlich meinen Braun-Pürierstab ins Spülwasser warf.

Aus der Reihe: manchmal weinen.

2017-05-27

Niedlicher kann so ein Knickpfötchen gar nicht …



… sein.



Euch allen ein wunderschönes Sommerwochenende!

2017-05-23

The House of Thomas Henry

Letzten Freitag bin ich mit Maike, deren blogfachliche Kompetenz sich nicht nur auf Berliner Eis beschränkt, weil sie eine durchaus bemerkenswerte und tiefgründige Fachexpertise zum Thema Gin – und in der Folge Tonic Water – hat, Cocktails trinken gegangen. Henry Thomas hatte zum „New Golden Age” geladen und im Stil der Goldenen 20er-Jahre für zwei Tage ins Warenhaus Jandorf geladen – Maike und ich sind in der b(lauen) Sommernacht erschienen.



Das Warenhaus Jandorf (Brunnenstraße Ecke, Veteranenstraße), wer von uns Ur-Berlinern hat da nicht schon seit den Anfängen des wiedervereinten Berlins gestanden und davon geträumt, dort einmal einzuziehen und zu residieren? Das Gebäude selbst hat sehr und damit erstaunlich lange dem dieser Stadt innewohnenden Restaurierungswahn Stand gehalten. Nun ist es von außen geputzt und gestriegelt, von innen nicht so: die ideale Kulisse, um für kurze Zeit dank Stellwände und gehobener Event-Innenausstattungskunst



zu tun, als wäre dieser Ort über die Jahrzehnte nie dem Verfall preisgegeben gewesen.



The House of Thomas Henry” – 20 berühmte Bars ließen ihre Bartender antreten im Wettkampf um den besten Drink. Jede Bar servierte zwei neue Cocktailkreationen vom Le Forum aus Paris, Collage aus Barcelona, Rotkehlchen aus der Weltstadt Münster, Chateau Gütsch aus Luzern – alle vereinten sich mit einer gehobenen Spirituose und eben jene Tonics, Sodas in allen Variationen von Thomas Henry (oder neu: Limonaden) und zauberten mit viel Kunst,







Liebe und Gedöns bezaubernde Drinks in diesem wundervollen Ambiente.

Berliner Bitterlimonaden Experten” – Berlin kann alles (außer Pils). Das Event war so dermaßen rund, bei Elli Fatale konnte kunstvoller Schmuck erworben werden, Rowdy Barber shavte den Bart, Workshops rund um Cocktails und Alkohol sorgten für das Bildungsprogramm und unser aller Försters Freund, der Jägermeister



spielt mit exzellenter Blasmusik-Kombo und Konfettikanönchen auf. Burlesque-Tänzerin,



Jongleure und Stelzenmännchen rundeten das Partyprogramm ab, dem Friedrich Liechtenstein „Später stehe ich Ihnen zur Verfügung. Im Prinzip.” als gepflegtes Standbild stimmlich die Krone aufsetzte.



Lediglich die umher stolzierenden Tablett-Träger hatten entweder so dermaßen schlechte Laune oder litten schlimm am hipsterigen Coolness-Syndrom,



dass man leicht geneigt war sich in die futuresque Zeit des androiden Kellners zu sehnen, deren Speicherplatinen könnten wenigstens etwas Wärme darreichen.



Wir gönnten uns für unsere Coins drei Cocktails mit so charmanten Namen wie Bavarian Grapefruit oder Lady Rosemaries Daughter. Mein persönliches Highlights die Drinks mit Lillet vom Rotkehlchen aus Münster Eau de Grasse und Spicey Heart. Für Eau de Grasse wurde der Lillet dekantiert,



das Glas mit Yasmin geräuchert,





bevor dem Drink floraler Schmuck und Orangenleder zugefügt wurde.



Ein feuchtes Träumchen – von charmanten und kreativen Menschen gemixt!

Großer Spaß, toller Abend, beste Tonics, feinste Getränke, schöne Gäste, großartige Location – und leider, leider schon wieder vorbei.

2017-05-22

Apulien, die Dritte – Masseria Il Frantoio

Liebe – vom ersten Moment.

Die Gastfreundschaft, die ich in den wenigen Tagen meines Apulienaufenthaltes erlebte, war groß. Und voller Qualität. Wann immer sie sich gemeinsam mit einem Essen zeigte, mit den intensiv schmeckenden Produkten dieser reich beschenkten Region und ihren Köchern, die daraus etwas zauberten, war man eben … verzaubert. Okay – ich weiß nun, was es heißt italienische Küche erfahren zu haben. Und das ist wirklich etwas ganz anderes als hierzulande ein sehr gutes italienisches Restaurant zu besuchen. Vor Ort sein, an Artischockenfeldern vorbei zu fahren, überall die kleinen Gärten der Pugliesen zu sehen, die Olivenbäume … oh, diese Olivenbäume (sie werden noch ein eigenes Blogpost bekommen – aus Gründen!), das ist ein ganz anderes Erleben. Wer einmal in diesem Salento gegessen hat, wo selbst einfachste Küche eine Wirkung hat wie Opium, überakzentuierte Sterneküche wird man kaum missen.



Der Sonntag hatte es in sich, volles Programm vom frühen Morgen an bis hinein in den späten Abend. Und zwischendurch besuchten wir ein Paradies: die Masseria Il Frantoio. Ein Gut, das unterschiedliche Produkte dieses Landes biologisch produziert, das Gäste willkommen heißt zum dort wohnen, feiern und essen. Wir waren eingeladen und schon vom ersten Moment an, war ich in dieses Stückchen Land bis über beide Ohren verzückt, verknallt, verschossen. Naja, seht selbst:





Die Begrüßungsrede von Luciano hatte ich beinahe verpasst, ich musste doch den Fiat fotografieren. Ein Topolino irgendwas um die 1940iger Jahre. Ein Träumchen, wenn auch leider eine zärtliche Hand der aufmunternden Pflege ihm leider noch nicht zuteil geworden war. Aber wie dem auch sei: man fährt wenig standesgemäß im Bus vor dieser Masseria Il Frantoio vor – und das (fast) Erste, was man sieht, ist dieser Fiat.





Luciano (der womöglich auch Luicinao heißen mag) begrüßte uns herzlich, erzählte uns von der Geschichte dieses Gutes, erbaut 1500, erweitert 1800 – das einst danieder lag, aufgekauft worden war und zu einem kleinen Träumchen wieder aufbereitet wurde. Auch die Geschichte von Luciano selbst, wie sein alter Schulfreund ihn, studiert aber in Italien ohne Aussicht auf einen Job aus der Arbeitslosigkeit zur Masseria holte, scheint stimmig mit der Emotion, die uns die nächsten Stunden empfing. Eingeladen das Grundstück zu betreten, empfing uns ein Gehöft in edlem Weiß, ganz zurückhaltend aber sehr liebevoll gestaltet. Nach Hause kommen.





Nach einem Besuch des angrenzenden Gartens durften wir im Hof den Aperitif zu uns nehmen, einen wundervollen Weißwein voller Charakter, unfassbar leckere Oliven, leicht gesalzene Mandeln.



Man hätte mich dort problemlos die nächsten drei Stunden sitzen lassen können, ich wäre zufrieden in den Bus gestiegen.



Aber nein! Als nächstes wurden wir in das Museum geführt.



Drei alte Olivenpressen in einem Kellergemäuer,



so wie im Salento auch heute noch hier und dort Olivenöl gefertigt wird: unterirdisch, erzählten von früheren Tagen und überall in dem Raum an den Wänden, in den Ecken erzählten liebevoll zusammen getragene Gegenstände von früheren Zeiten.





Alles das ganz unpathetisch. Zeitlos. Spannend, wie sie in der Masseria diese Kurve kriegen!

Schon waren wir eingeladen zum Essen. Was für ein Essen! In welcher Location!







Wir wurden in einen Raum geführt, eingedeckt, dass einem das Herz hüpfte – wieder ein Raum, der voller Antiquitäten winkte und im Hintergrund lief auf einem der Mono-Plattenspieler die Schallplatte von Bob Dylan! Das Menü …

Pizelle col sughetto
(Frittierte Hefebrötchen mit Tomatenpaste)



Gamberi in pastella con crema die peperoni al piccante
(Frittierte Gambas im Teigmantel mit einer pikanten Peperonicreme)



Cicorielle selvatiche „assis” in cesto in pecorino
(Zichorie (Gemeine Wegwarte) in einem Käsekorb aus Pecorino)





Dazu einen Weißwein Cré, Minutolo, IGT Salento Vetrère von 2015 mit lächerlichen 13 Prozent auf dem Buckel. (Oh ja! Sonntagmittag, strahlender Sonnenschein, um die 20 Grad – was soll schon passieren?)



Gefolgt von – nun einer Rotweinbegleitung – Primitivo e Aglianico, IGP Puglia, BIO Colli della Murgia. Selvato 2013. 13,5 Prozent (war aber jetzt auch egal.) Entschuldigung aber wer jemals Rotweine aus dem Salento getrunken hat … kann mir jemand erklären, welchen Sinn Rotweine aus Kalifornien oder Neuseeland ergeben sollen? Also hierzulande – und damit meine ich Europa? Was ist der Sinn, wenn schon alleine dieser kleine geographische Teil Italiens solche Weine produziert? Ich verstehe es nicht! Die spielen in einer so tiefgründigen, gleichzeitig hochwertigen Liga.

Zum:

Agnello in forma con rucola e patate
(Lamm in Blätterteig mit Ruccola und Kartoffeln [mit Kurkuma übrigens, sehr fein. Merkt Euch das ruhig: öfter Kurkuma an die Knolle!])



Quando il sospiro è alle fragole ‘46
(Fragt mich nicht nach der Übersetzung – aber das ist eh nicht zu beschreiben, außer: weiß, zart, fluffig wie eine Elfe mit Erdbeere mit echtem Erdbeerengeschmack. Nicht übersetzbar.)



Rosoli (Likör)



Die Masseria behält sich nämlich vor besonderer Produzent eines Olivenlikörs zu sein.



Das finde ich an sich sehr apart, denn meine Liebe zu allem, was mit Olivenöl zu tun hat ist in diesen drei Tagen ins Unermessliche gewachsen (was auch mit mir zur Seite gestellten reizenden Übersetzerin Cosima Santoro gelegen hatte, die nicht nur geschichtlich eine wahre Kompetenz innehält, nein, sie ist zudem auch Olivenöl-Produzentin und hat ihr Fachwissen ausgiebig mit unserer Reisegruppe geteilt.) Natürlich durften wir auch die vier von der Masseria Il Frantoio produzierten Olivenöl verkosten (und einkaufen),



was ich von nun an mein Leben lang tun möchte: Olivenöle verkosten. Ich werde Olivenölsommelierin! Oder Olivenölsommelieuse! Jedenfalls –zurück zu den Likören – mochte ich hier mehr den Limoncello. Habe ich noch nie so einen Guten getrunken. Lag aber bestimmt auch mit am blauen Himmel, am Hof, am Fiat vor dem Tor … ach!

Aber was auch immer: sollte ich in diesem Leben doch noch einmal heiraten, dann wird dort gefeiert – und nur dort. Denn mehr Liebe kann man als Gast vermutlich gar nicht vermittelt bekommen als in dieser Masseria Il Frantoio.

Apulien, die Erste: Ostuni
Apulien, die Zweite: Die Dune Costiere

Disclosure: Drei Tage durfte ich auf Einladung von Carmen Mancarella (Chefredakteurin Spiagge, Kultur- und Tourismusmagazin Apuliens), Tourismusagentur Pamela Piaggi und dem Grand Hotel Masseria Santa Lucia Gast sein im Salento, um erstmals Apulien und seine Menschen kennenlernen. Und erlaube mir nun Euch mitzunehmen auf meine (viel) zu kurze Reise.

2017-05-18

Dieses Mal nicht so viel …



Jedes verdammte neue Pflanzenjahr beschließe ich für mich, den Balkon deutlich gemäßigter zu bepflanzen. Weniger Erde umverteilen, weniger Kübel schleppen, mehr Sitzfläche bzw. Liegefläche für die Tiger. Bei letzterem Vorsatz bin ich noch gut im Jahressoll. Beim Rest: äh, naja, eher nicht so.



Aber egal, Tally macht sich sehr gut zwischen Minze, Fenchel, Eisenkraut und kleiner Weihnachtsfichte und fühlt sich dort sichtlich geschützt und wohl.



Die Sichtmauer wächst gerade schön hoch mit Malven, Dreimasterblume, Lavendel, Klee, Bacopa, Jakobsleitern (blau und weiß), Eisenkraut, Glockenblume, Fenchel und diversen Zwiebelgewächsen.



Im Hintergrund des Balkons dieses Jahr sehr viel Malven, Lilien, Pfeilkresse, Stockrose, Meerrettichblatt, Eiskraut u.v.m. Viel hat den Winter überlebt, auch den strengen Vorfrühling und wächst und gedeiht.



Im Vergleich zum letzten Jahr fühlt es sich dieses Mal botanisch gut an.

2017-05-17

Die Cammassia



Neulich im Gartencenter meines Vertrauens (ich habe davon drei in der Mohriner Allee) aus der Restekiste um 50 Prozent reduziert eine Packung mit Blumenzwiebeln mitgenommen. Ein Pflänzchen namens „Cammassia” Untertitel: „Quamash”. Sogenannte Prärielilien.

Gepflanzt werden sollte sie eigentlich zwischen September bis Dezember des vorhergehenden Jahres, damit sie ab Juni blüht. Da die Zwiebeln schon munter im Beutel trieben, dachte ich bei mir: versuchste Dein Glück! Nun blühen sie, ich habe diese Pflanze in der freien Wildbahn noch nie gesehen, bin aber schwer verliebt in ihren zarten Wuchs und das hübsche Blau ihrer Blüte.



Davon abgesehen, dass Cammassia und Quamash im Prinzip geniale Katzennamen wären!